How Do | Water Marble


Water Marble Anleitung -
zum Workshop der Sticker Gigant Party


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Hallo ihr Lieben, 
in meinem letzten Blogbeitrag habe ich Euch schon den ein oder anderen Einblick von meinem Workshop auf der Sticker Party gegeben. Daraufhin erreichten mich aber immer wieder Fragen nach  meinen Tipps und Tricks und bezüglich einer Anleitung. 
Da nicht jeder auf der Party war und auch nicht alle Vorort an dem Workshop teilnehmen konnten, gibt es hier auf dem Blog eine weitere Schritt für Schritt Anleitung, die ihr jederzeit nach Lust und Laune aufrufen könnt. 






Die Technik "Water Marble" ist für viele sicherlich eine verbotene Technik. Ein Versuch und danach nie wieder. Ich habe mich auch lange nicht an die Technik getraut... Bis die liebe Steffy von die_yps_lackiert  ein Live Video auf Instagram über Water Marble gemacht hat. Anschließend habe ich mich gewagt und es hat geklappt! Der Aufwand und die Sauerei sind unbestritten, aber die Technik kreiert so schöne individuelle Muster, dass man ihr eine Chance geben muss. Deshalb gebe ich euch einen Einblick in meinen Water Marble Ablauf und zum Schluss gibt es noch eine Liste mit häufigen Fehlern. 



1. Die Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete! Am besten stellt ihr alle Materialien zu Beginn bereit, damit ihr während dem Water Marble Prozess keine Pausen einlegen müsst. Tropft ihr einmal Lack auf das Wasser und müsst eine Pause einlegen, kann es nämlich der Fall sein, dass der Lack an der Oberfläche schon angetrocknet ist. 

Folgende Materialien habe ich benutzt:
  • Liquid Latex. Meine ist vom Lina Lackiert Shop.
  • Weiße Base. Ich habe "wild white ways" von Essence verwendet. 
  • kontrastreiche Farblacke. Für den Workshop wurden verschiedene Lacke von Anny zu Verfügung gestellt. 
  • Water Marble Tool oder Zahnstocher. 
  • NLE, Watterpads, (Korrekturstift)



Water Marble heißt nicht umsonst Water Marble, wenn das Wasser keine große Rolle spielen würde. Der Hauptakteur der Technik ist das richtige Wasser. Wenn dies gefunden ist, funktioniert die Technik eigentlich problemlos. Ich verwende destilliertes Wasser, da das Leitungswasser bei mir zu kalkhaltig ist. Auch die Temperatur des Wassers spielt eine große Rolle. Ist das Wasser zu kalt oder zu warm, funktioniert die Technik nicht. Mehr dazu zeige ich euch bei meiner Fehlerliste. 
  • destilliertes Wasser, meines ist von DM
  • Becher, Glas zum befüllen


Zum Schluss der Vorbereitung lackiere ich je Nagel eine Schicht "wild white ways" und gebe großzügig Latex um meine Nagelhaut.





2. Water Marble Muster 

Nun geht es an das Marbeln. Wie tropfe ich den Lack ins Wasser und wie ziehe ich das Muster? Ich beginne mit zwei unterschiedlichen Farblacken und dem klassischen "Blumen" Water Marble Muster. 

Step 1:
Fangen wir mal entspannt an. Zuerst müsst ihr die Lacke in abwechselnder Reihenfolge auf die Wasseroberfläche tropfen, bis ein sogenanntes Bullseye entsteht. Dabei ist es wichtig, dass ihr die Tropfen immer mittig auf die Oberfläche tropfen lässt. 
Ich habe bei diesem Beispiel zwei Tropfen Lack pro Ring auf das Wasser getropft, damit das Ergebnis farbintensiver wird, da beide Lacke von Anny sehr jelly sind. 
Grundsätzlich kann man sagen, je mehr Ringe entstehen, desto filigraner wird das Muster am Ende, da die Ringe mit der Anzahl immer schmaler werden. Ihr könnt also selbst entscheiden, wie fein ihr das Muster am Ende haben möchtet. 


Step 2:
Nun wird es anspruchsvoller! In diesem Schritt müsst ihr euch für ein Muster entscheiden. Mit einem dünnen Tool (Water Marble Tool/ Zahnstocher) zieht ihr das Muster von innen nach außen!
Achtet auch drauf, dass ihr nach jedem Eintauchen das Tool an einem Wattepad abwischt, damit keine Lackklumpen hängen bleiben und das Tool schön schmal bleibt. 
Die ersten 4 Bilder zeigen, wie ich den Lack zu den vier gegenüberliegenden Ecken ziehe. 


Step 3:
Anschließend ziehe ich in den vier entstandenen Zwischenräumen den Lack ebenfalls von innen nach außen. 


Step 4:
Als nächstes ziehe ich den Lack in den Zwischenräumen von außen nach innen. Aber niemals von dem äußersten Ring, denn dieser trocknet am Schnellsten an der Wasseroberfläche an und ihr könnt kein Muster mehr ziehen. 

Step 5:
Bei diesem Schritt müsst ihr entscheidungsfreudig und mutig sein. Ihr sucht eine schöne Stelle von eurem Muster aus und taucht dort beherzt euren Fingernagel in das Wasser ein. Wichtig dabei ist, dass ihr mit der Nageloberfläche (leicht waagrecht) ins Wasser eintaucht und nicht senkrecht mit der Nagelspitze. 
Es war gar nicht so einfach davon ein Bild zu machen, denn man muss sich dabei ganz schön verrenken.😂


Step 6:
Zum Schluss nehmt ihr einen zweiten Zahnstocher und entfernt das restliche Muster auf dem Wasser, bevor ihr euren Finger aus dem Wasser zieht. Ansonsten legt sich das restliche Muster von der Oberfläche auf euren Nagel nieder und ihr findet dort nur noch ein unerkennbares Wirrwarr vor. 
Mit dem kreierten Muster erhält man ähnliche Ergebnisse wie an meinem Daumen und Ringfinger. 




3. Nachbearbeitung 

Die Nachbearbeitung beinhaltet das Clean Up. Zuerst zieht ihr das Latex ab und entfernt der restlichen Lack von der Nagelhaut. Danach versiegelt ihr das Muster nur noch mit einem beliebigen Überlack und schon ist das Water Marble Design fertig. 




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Die restlichen Nägel
Ich zeige euch noch schnell im Überblick, wie ich die restlichen Nägel gemacht habe. 

Mittelfinger:
Beim Mittelfinger bin ich genau gleich vorgegangen, wie beim oberen Beispiel. Nur habe ich Step 3 ausgelassen und habe gleich mit Step 4 weiter gemacht. Dadurch wird das Muster etwas größer und ist nicht so filigran wie oben. 
Leider hat dadurch die Deckkraft etwas gelitten. Der Mittelfinger ist im Vergleich zu den anderen Nägeln weniger farbintensiv.


Zeigefinger:
Beim Zeigefinger habe ich ebenfalls Step 3 ausgelassen. Bei diesen Bildern könnt ihr auch sehen, dass bei mir auch nicht alles perfekt gelingt. Mir ist oben das Muster aufgetrennt, da ich mit dem Zahnstocher zu tief im Wasser war. Jedoch kann man das restliche Muster noch verwenden. 



Gesamtergebnis:


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2. Variante "Wirbel Marble" 
Auf der Party habe ich euch noch eine weitere Muster Variante vorgestellt, die ich in diesem Blogbeitrag auch noch kurz ansprechen möchte. Das erste Mal habe ich dieses Wirbel Marble bei der lieben Laura @lackschaft gesehen und habe mich sofort verguckt. 

Die Vorgehensweise ist fast identisch zu dem Blumen "Water Marble". Zu Beginn zaubert ihr wieder ein schönes Bullseye, mit so vielen Ringen, wie ihr Lust und Laune habt. Danach zieht ihr das Muster wie (oben und hier) gezeigt nach und kreiert zum Schluss einen schwungvollen Wirbel, indem ihr von der Mitte beginnend nach außen einen Kreis zieht. Umso kleiner/ enger ihr diesen Kreis zieht, desto feiner wird das Muster darin. 
Anschließend taucht ihr euren Finger in der Mitte des Kreises ein und entfernt das restliche Muster auf der Wasseroberfläche. Gleiches Spielchen wie beim Blumen Marble. 




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!Häufige Fehler!
Zum Abschluss möchte ich euch nochmal alle häufig gemachten Fehler auflisten. 

1. Zu kaltes Wasser 
Ist das Wasser zu kalt, breitet sich der Lack nicht auf der Wasseroberfläche aus. Es bildet sich eine kleine Pfütze an Lack, die ganz schnell antrocknet und unbrauchbar ist. Ein zweiter Tropfen wird sich noch weniger ausbreiten und es ist unmöglich ein Muster zu ziehen. 



2. Zu warmes Wasser
Zu warmes ist genauso tödlich, wie zu kaltes Wasser. Ihr müsst euch das wie bei einem sommerlichen Tag vorstellen. Bei 30 Grad Sonnenschein wird der Lack beim lackieren total zäh und trocknet ewig nicht. Genauso verhält sich der Lack bei zu warmen Wasser. Der Lack breitet sich nicht wie gewünscht auf der Oberfläche aus, sondern wir zäh und dickflüssig. Falls ihr doch zu dem Schritt kommen solltet und ein Muster ziehen könnt, wird es beim eintauchen mehr als problematisch. Es wird kein klares Muster auf dem Nagel erkennbar sein, denn das Muster verrutscht durch die Konsistenz auf der Nageloberfläche. 


3. Die Lackmenge
Beim kreieren eines Bullseye spielt die verwendete Lackmenge eine wichtige Rolle. Verwendet nicht zu viel Lack und tropft diesen nicht von einer zu großen Höhe ins Wasser. Der Lack wird wie eine schwere Kugel nach unten sinken. 

4. Muster ziehen
Beim Muster ziehen versteckt sich ebenfalls die ein oder andere Falle. Zieht das Muster niemals von dem äußersten Ring nach innen. Die äußeren Ringe trocknen am Schnellsten an der Oberfläche an, da sie sich am längsten auf dem Wasser befinden. Verwendet erst den dritten Ring von außen und tastet euch vorsichtig voran. 


5. Unsaubere Kanten
Für klare Kanten und schöne Abschlüsse in der Mitte des Musters, könnt ihr dort eurer Tool kurz tief ins Wasser eintauchen und gerade wieder herausnehmen. So verbinden sich alle Enden zu einem schönen Abschluss. 
Des Weiteren solltet ihr darauf achten, keine dicken Tools zu verwenden und euer Tool stets sauber zu halten. Sonst kann es passieren, dass euer Muster unschön aufreißt (wie beim unteren Bild).



6. Farbauswahl 
Bei der Farbauswahl solltet ihr auf kontrastreiche Farben achten. Nehmt ihr zu ähnliche Nuancen, kann man womöglich das Muster auf dem Nagel nicht mehr erkennen. Wenn ihr dazu noch filigrane Muster kreiert, vermischen sich die Farben wohl komplett. 


7. Finger eintauchen
Taucht euren Finger niemals senkrecht ins Wasser ein, sondern in einem leichten Winkel. Macht dies auch nicht zu schnell, denn ihr solltet den Winkel einhalten. Natürlich variiert dieser Winkel je nach Breite eures Gefäßes. Probiert es einfach mal aus, bis ihr eure beste Position gefunden habt. Ihr bemerkt den perfekten Winkel, wenn euer Ergebnis frei von Luftblasen ist. 

Und nun wünsche ich Euch viel Freude und Erfolg beim Marbeln! 
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Ich hoffe, dieser ausführlichen Beitrag  hat Euch gefallen und konnte Euch ein wenig ermutigen diese Technik (nochmal) auszuprobieren. Falls es beim ersten Versuch noch nicht gleich klappen sollte, gibt nicht gleich auf! Übung mach den Meister! Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, ob dieser Beitrag für Euch hilfreich war. Weitere Fragen beantworte ich Euch natürlich gerne. 

Bis zum nächsten Mal,
eure Colourfulnailarts





Kommentare

  1. Hallo,

    der Bericht ist dir sehr gut gelungen. Ich hab es noch nie getestet, aber ich glaube, wenn man deine Tipps beherzigt kann das gar nicht schief gehen. ;)

    Lieben Gruß

    Melli

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  2. Eine grandiose Anleitung Jessi! Ich werde das wirklich mal ausprobieren und mich dann mit diesem Post dran ausprobieren :)

    Liebe Grüße,
    Samy

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